Sportverletzungen am Sprunggelenk

Das obere Sprunggelenk ist am häufigsten betroffen

Etwa ein Fünftel aller Sportverletzungen betrifft die obere Sprunggelenksregion. Dabei machen Bandverletzungen (Distorsionen und Bänderrisse) den Hauptteil mit ca. 80% aus.
Bei einer „Distorsion“ handelt es sich nicht um eine Zerrung, sondern um kleine Risse, Teilrisse oder sogar um einen völligen Riss der Bandstrukturen.

Typisches Verletzungsmuster am Sprunggelenk:

Die Verletzungen des Außenbandes lassen sich fast alle auf das charakteristische Supinationstrauma mit stereotypem Verletzungsmechanismus zurückführen:

Sowohl beim Abdruck des Fußes (z.B. Sprünge, schnelle Antritte) als auch bei der Landung (z.B. im Zusammenhang mit Ballsportarten) kann die physiologische Instabilität des oberen Sprunggelenks bei maximaler Fußstreckung durch äußere Störfaktoren (Bodenunebenheiten, gegnerische Einwirkung) bzw. innere Dispositionen (Unaufmerksamkeit, Ermüdung) durch „Umknicken“ zur Verletzung der Außenbandstrukturen führen.

Anatomie Fuss- und Sprunggelenk (2)

Die Gelenkkapsel des Sprunggelenks

Die Gelenkkapsel umschließt das gesamte Sprunggelenk mit Ausnahme des Außen-und Innenknöchels, die abgesehen von ihren Gelenkflächen außerhalb der Gelenkkapsel liegen. Vorne und hinten ist die Kapsel schlaff. Sie wird hier durch die Sehnenscheiden der Fußstrecker und –beuger verstärkt. An den Seiten wird die Kapselwand von kräftigen Führungs- und Haltebänder unterstützt.

Auf der fibularen (äußeren) Seite befindet sich das Außenband, das sich in drei Bänder unterteilt, die ihren Ursprung am distalen (distal- von der Mitte weggelegen) Ende des Wadenbeins haben.
Auf der tibialen (inneren) Seite befindet sich das Innenband, das mit seinen vier Bändern vor allem die Pronationsbewegung des Fußes bremst.

Gut zu wissen:

Der gefächerte Verlauf der Bänder sorgt dafür, dass in jeder Gelenkstellung Teile der Bänder angespannt und dadurch gelenkstabilisierend wirken können.

Senkfuß, Spreizfuß, Senk-Spreizfuß (Plattfuß)

  • Unzureichende passive und aktive Stützfaktoren des Längsgewölbes bilden die Grundlage zur Ausbildung eines Senkfußes.
  • Wenn nur das Quergewölbe von nicht trainierter Muskulatur und ausgeleiherten Bändern betroffen ist, kommt es zur Ausbildung eines Spreizfußes.
  • Ist sowohl das Längs- als auch das Quergewölbe aufgrund von zu schwacher Bandstrukturen und unzureichend trainierten Muskeln abgesenkt, dann liegt die Kombination von einem Senk-Spreizfuß vor, der auch als Plattfuß bezeichnet wird.

Durch diese drei Fehlstellungen des Fußes kommt es zu einer relativen oder absoluten Überlastung, was zu Schmerzen führen kann.

Anatomie Fuss- und Sprunggelenk (1)

Anatomie des Fussgelenks (Teil 1)

Der Fuss ist so gebaut, dass er den Druck, der durchs Gehen, Laufen oder Springen entsteht, günstig abfangen kann. Dabei wird die Last auf den gesamten Fuss nämlich auf das Längs- und Quergewölbe verteilt. Das quere Fußgewölbe ist dabei besonders wichtig, da es die Bewegungen abfängt und dann auf den gesamten Fuß verteilt.

Das Fußskelett wird aus 7 Knochen gebildet.

Knochen Das Sprunggelenk
mediales Keilbein
laterales Keilbein
mittleres Keilbein
Kahnbein
Würfelbein
Sprungbein
Fersenbein
Anatomie des Sprunggelenks

Das Fersenbein ist der größte Fusswurzelknochen, welcher nach innen hin (medial=Innenseite) einen leichten Knochenvorsprung hat, der die Auflage für das Sprungbein bietet.

Die Fusszehen sind überwiegend statisch und gegenüber den Finger verkürzt und robuster gebaut. Die Fußwurzelknochen sind aufgrund der starken beanspruchung besonders stark gebaut.

Funktionen des Fußes

Der menschliche Fuß hat viele verschiedene Einzelfunktionen. Diese sorgen für die hohe Beweglichkeit des Fußes und dafür, dass er so belastet werden kann, wie er tagtäglich von uns belastet wird.

  1. Torsionsfunktion: unabhängige Bewegungen im Vor- und Rückfuß –> außergewöhnliche Verwringungsfähigkeit
  2. Dämpfungsfunktion: von außen einwirkende Kräfte werden durch das optimale Zusammenspiel von Haut und Fettgewebe mit der Form des Fußes effektiv abgefangen. Die Fettkissen in der Ferse wirken wie mini Wasserkissen, die den Druck gleichmäßig verteilen.
  3. Formbeständigkeitsfunktion: Der Fuß kann sich bedarfsadäquat verformen und anschließend wieder die ursprüngliche Form einnehmen.
  4. Stützfunktion: die Stabilität des knöchernen Fußskeletts, sowie der straffe Bandapparat bieten eine hohe Stützfunktion für das gesamte Körpergewicht.
  5. Bodenhaftungsfunktion: Der Fuß passt sich der Bodenbeschaffenheit aufgrund der Haut und subkutaner Fettpolster optimal an. So ist eine optimale Bodenhaftung garantiert.
  6. Flexibilitätsfunktion: die verformbaren Bindegewebsstrukturen zusammen mit der speziellen Anordnung der Knochen verleihen dem Fuß ein Höchstmaß an funktioneller Beweglichkeit.
  7. Stabilitätsfunktion: Verhinderung von extremen Supinations- oder Pronationsbewegungen. Der Halt wird durch Bänder, Muskeln und Sehnen geliefert.

Sprunggelenkbandagen Blog – Anatomie des Fußes

Kraftwerk Fuß

Die Fuss- und Sprunggelenkmuskulatur

Eine starke Fuss- und Sprunggelenkmuskulatur ist wichtig, weil sie das muskuläre Kraftwerk des Körpers bildet und ständige Druck- und Zugbelastungen abfangen muss. Durch das normale Gehen allein wird nur die oberflächliche Muskulatur trainiert. Um die tiefliegende, stützende Muskulatur zu trainieren, die besonders bei Sportlern oder Menschen wichtig ist, die ein Instabilitätsgefühl spüren oder ihren Fuß hohen Belastungen aussetzen, sollten spezielle Übungen durchgeführt werden.

Sprunggelenktraining ganz einfach in den Alltag integrieren

Zunächst sollte man sich merken, dass Füße auch bei sitzender Tätigkeit ständig in Bewegung gehalten werden können. Zum Beispiel durch kreisende Bewegungen im Sprunggelenk oder beim Strecken und Beugen des Fußes.

Weitere Übungen, die die tiefliegende Stützmuskulatur des Sprunggelenks effektiv trainieren sind Übungen auf instabiler Unterlage. Dabei kann man einbeinig auf einem Kissen stehen, je nach vorhandenen Bedingungen auf einem Trampolin hüpfen oder leichte Balancierschritte auf Baumstämmen durchführen.